Der Pra­xis­all­tag wird zuneh­mend kom­ple­xer – nicht nur medi­zi­nisch und orga­ni­sa­to­risch, son­dern auch recht­lich. Ob Strei­tig­kei­ten mit Mit­ar­bei­ten­den, Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Kran­ken­kas­sen oder Kon­flik­te rund um Ver­trä­ge und Abrech­nun­gen: Recht­li­che Risi­ken gehö­ren heu­te zum All­tag vie­ler Arzt‑, Zahn­arzt- und The­ra­pie­pra­xen.

Eine gewerb­li­che Rechts­schutz­ver­si­che­rung kann in sol­chen Fäl­len eine wich­ti­ge Absi­che­rung sein. Sie über­nimmt – je nach Tarif – unter ande­rem Anwalts‑, Gerichts- und Gut­ach­ter­kos­ten sowie Kos­ten für Zeu­gen­aus­sa­gen oder Media­tio­nen. Gera­de bei län­ge­ren Ver­fah­ren kön­nen die­se Aus­ga­ben schnell erheb­lich wer­den.

Wel­che Streit­fäl­le kom­men in Pra­xen beson­ders häu­fig vor?

In der Pra­xis­be­ra­tung zei­gen sich immer wie­der ähn­li­che Kon­flikt­fel­der. Beson­ders häu­fig sind:

  • arbeits­recht­li­che Strei­tig­kei­ten, bei­spiels­wei­se bei Kün­di­gun­gen oder Abmah­nun­gen 
  • Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Pati­en­ten oder Kos­ten­trä­gern 
  • Kon­flik­te mit Ver­mie­tern, Dienst­leis­tern oder Lie­fe­ran­ten 
  • Strei­tig­kei­ten rund um Abrech­nung, Daten­schutz oder Ver­trags­fra­gen 
  • Prü­fun­gen und Ver­fah­ren durch Behör­den oder Kam­mern 

Gera­de im Arbeits­recht ent­ste­hen oft hohe Kos­ten, da in der ers­ten Instanz jede Par­tei ihre Anwalts­kos­ten selbst trägt – unab­hän­gig vom Aus­gang des Ver­fah­rens.

Wor­auf Pra­xen bei einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung ach­ten soll­ten

Nicht jede Poli­ce passt auto­ma­tisch zu jeder Pra­xis. Ent­schei­dend ist, dass die Ver­si­che­rung auf die tat­säch­li­chen Risi­ken des Pra­xis­be­triebs abge­stimmt ist. Wich­tig sind ins­be­son­de­re:

  • aus­rei­chen­de Deckungs­sum­men 
  • Absi­che­rung arbeits­recht­li­cher Strei­tig­kei­ten 
  • Ver­trags- und Ver­wal­tungs­rechts­schutz 
  • Schutz bei Hono­rar- und Abrech­nungs­strei­tig­kei­ten 

Auch die Höhe der Selbst­be­tei­li­gung soll­te geprüft wer­den. Höhe­re Selbst­be­hal­te sen­ken zwar oft den Bei­trag, kön­nen im Ernst­fall aber zu spür­ba­ren Eigen­kos­ten füh­ren.

Für wen ist der Schutz beson­ders sinn­voll?

Eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung ist nicht nur für gro­ße medi­zi­ni­sche Ein­rich­tun­gen inter­es­sant. Gera­de klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Pra­xen pro­fi­tie­ren häu­fig beson­ders davon, da ein­zel­ne Rechts­strei­tig­kei­ten schnell hohe finan­zi­el­le Belas­tun­gen ver­ur­sa­chen kön­nen.

Hin­zu kommt: Pra­xis­in­ha­ber müs­sen ihre Zeit und Ener­gie auf Pati­en­ten­ver­sor­gung und Pra­xis­or­ga­ni­sa­ti­on kon­zen­trie­ren. Recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen kos­ten dage­gen oft Zeit, Ner­ven und Res­sour­cen. Eine pas­sen­de Absi­che­rung schafft hier zusätz­li­che Sicher­heit und unter­stützt dabei, Kon­flik­te pro­fes­sio­nell zu lösen.

Unser Fazit

Eine gewerb­li­che Rechts­schutz­ver­si­che­rung ersetzt kei­ne gute Bera­tung und kei­ne sau­be­ren Pro­zes­se – sie kann jedoch im Ernst­fall ent­schei­dend dazu bei­tra­gen, finan­zi­el­le Risi­ken zu begren­zen und hand­lungs­fä­hig zu blei­ben. Für vie­le Pra­xen ist sie daher ein sinn­vol­ler Bestand­teil eines ganz­heit­li­chen Risi­ko­ma­nage­ments.